Rothsee Triathlon: Rennbericht

 

 
Sonntag,  27. Juni 4:30 Uhr: Die Dunkelheit der Nacht weicht so langsam den ersten Sonnenstrahlen, die sich über die Dächer Nürnbergs legen und einen Vogel nach dem anderen zum natürlichen Wecker verwandeln.
 
So in etwa fing der Tag für mich an und wenn ich in dem Tempo weiter schreib, dann komm ich ja nie zum Ende :-)
 
Alles in den Rucksack gepackt, Laufschuhe drangebunden und ab gings zum Bahnhof um mit der Bahn nach Roth zu fahren und die restlichen 10km bis zum Rothsee zu radeln. War erstaunt wieviele Discogänger ich um die Zeit angetroffen hab :-)
 
Am Veranstaltungsort spielte schon die Guten-Morgen-Musik und so langsam trudelten alle zum Abholen der Unterlagen ein. Beim vorbereiten der Startbeutel fiel mir auf, dass ich meine hab daheim liegen lassen! Na zum glück hatten die Veranstalter noch Quelle-Tüten über, zu meinem Glück. 
 
Etwas erstaunt war ich über die akribische Vorbereitung und Einstudierung des Laufwegs durch die Wechselzone von einigen Athleten. Markus Schattner ist den Weg vom Wasser zum Rad mehrmals hochgelaufen. Net schlecht!
 
Irgendwann sind auch meine Eltern eingetrudelt und wir schauten uns den Start der ersten Stargruppen an, während ich schon so langsam nervös wurde. Das witzige ist, dass mein Vater sein Fernglas mitgenommen hat um mich die komplette Schwimmstrecke im Auge zu behalten, weil er angst hatte, dass ich untergehen würde... 
 
Am Start schloss ich mich mit zweien kurz, die ebenfalls nur Brust schwammen und dann gings auch schon ins Wasser. Weils am Anfang recht eng und hektisch zuging, kraulte ich die ersten 150 - 200m bis sich das Feld gestreckt hatte. Zum Glück blieb die Rangeleien aus und ich konnte ungehindert mein ding durchschwimmen. 
 
Das Wasser war angenehm warm und alles andere als kalt. Praktisch kein Wellengang und einfach top Bedingungen. Auch wenn man Unterwasser net mal seine eigene Hand sehen konnte so hats richtig Spaß gemacht mal ohne Beckenrand und sonstigen Begrenzungen zu schwimmen. 
Was die Distanz von 1,5km angeht, nun, die bin ich ja noch nie vorher geschwommen. Deswegen hoffte ich einfach problemlos durch zu kommen, ganz gleich wie lang es dauert. Der Weg zu ersten Boje zog sich unglaublich lang hin, aber dann gings ratz fatz und ich war schneller am Schwimmausstieg als mir lieb war. 
 
Achja, fast hätt ichs vergessen. Gegen die Sonne zu schwimmen ist mal mega beschissen! Alles spiegelt und man sieht fast nix und wenn dann noch welche von hinten mit nem Affen-Kraul-Zahn ankommen und das Wasser nur so spritzt, dann gibts den Regenbogen gratis :-)
 
Der Ausstieg ausm Wasser ging leichter als gedacht und um ein Haar wär ich an meinem Beutel vorbei gerannt. Im Wechselzelt angelangt, schaute ich auf die Uhr und sie zeigte 36 min an. Ach hab ich mich gefreut wie ein Schnitzel. 
Im Wechselzelt entschied ich mich rein als Vorsichtsmaßnahme die Kompressionsstrümpfe an zu ziehen damit ich ja keine Krämpfe bekomm. Aber ich sags euch, das war sowas von anstrengend die Dinger über die Füße zu stülpen, das glaub ihr net. Hab locker zwei Minuten allein für das Anziehen der Strümpfe gebraucht. 
Hatte schon Angst, dass ich mein Rad net finde, aber zu dem Zeitpunkt waren eh nicht mehr viele Räder da :-) 
Mit einem beherzten Sprung aufs Pedal gings vom ersten Meter knallhart auf die Radstrecke. Ach hab ich mich gefreut endlich aufn Rad zu sitzen. 
 
Zu meinem Erstaunen war die Strecke recht flach und es ging richtig gut vorwärts. Noch nie hab ich auf 40km so viel geschaltet um möglichst im richtigen Gang zu bleiben. Knapp 6km vorm zweiten Wechsel hab ich rausgenommen und bin den Rest nur mit ner hohen Trittfrequenz gefahren um Muskulatur zu lockern, obwoh ich mich super gefühlt hatte. Bis zu dem Zeitpunkt hatte ich 76 Mitstreiter überholt und freute mich sogar auf die abschließenden 10km laufen. 
 
Der Wechsel vom Rad zum Laufen hätte nicht besser sein können:  Vor der Abstiegslinie vom Rad abgesprungen und das Rad wurde von nem Helfer sofort entgegen genommen, bis zum Wechselzelt durchgerannt und den Helm in die Hände einer Helferin gedrückt und schon war ich auf der Laufstrecke.
Aber was dann kam hätt ich nicht gedacht. Konnte die Oberschenkel nicht wirklich heben, da ich sonst sofort nen Krampf bekam und die Muskulatur um die Hüfte herum war total verhärtet. Anständiges Laufen war so nicht wirklich möglich. In dem Moment wurde mir klar wie wichtig Koppeleinheiten sind! Erst nach 3 - 4 km lockerte sich die Muskulatur um die Hüfte aber die Oberschenkel konnte ich noch immer kaum heben. 
Vom Puls her hätte ich viel schneller laufen können aber Muskulär war nix zu machen und so unterhielt ich mich in der zwischenzeit mit anderen und trabte dem Ziel entgegen. Bis auf den letzten Kilometer war der Lauf das chilligste vom ganzen Tag gewesen und so lief ich total happy über die Ziellinie...
 
Es heißt ja, das Beste kommt zum Schluss und so war das auch. Das Buffet war der hammer! Allein deswegen hat sich die Teilnahmen mehr als gelohnt :-)
Auch wenn ich immer wieder Zweifel hatte ob ich denn wirklich am Rothsee Triathlon starten sollte, so hab ich es im Nachhinein nicht bereut. Die Stimmung ist der Hammer, die Leute einfach spitze und ganze Veranstaltung ein Muss für jeden. Nächstes Jahr bin ich zu 100%  wieder dabei!
Wettkämpfe wie dieser sind der Grund wieso ich diesen Sport so liebe!
 
Die Endzeit betrug 2:51:42 Stunden und wurde in meiner Altersklasse 44ter. 
 
Bis bald,
Wanja
 

4.7.10 21:57

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bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


ina (21.7.10 19:27)
hey!
manno mann! ich tingel durch europa und machst solche sachen... HAMMER!
jetzt kenn ich auch leute die da hin gehen um nicht nur dort zu trinken :D


krelli (30.7.10 13:26)
Wann kommt nun der BERICHT!!!!!!!!????????

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